Presse

Auswahl aus Presseberichten der Programme von Dschahli.

Kästner und Kreisler

Mainpost.de vom 13.02.2014

„Kleinkunst ganz groß“ – unter dieses Motto könnte man den Abend mit Heinrich Karl alias „Dschahli“ stellen. Was der Künstler in seinem zweieinhalbstündigem Programm im Rüdenhäuser „Weinkeller am Schloß“ dem Publikum bot, war anspruchsvoll und unterhaltsam zugleich.

Dass er ausgerechnet Georg Kreisler und Erich Kästner zusammen in ein Programm packte, ist der Liebe zu beiden Künstlern zuzuschreiben. Kästners Gedichte aus den 1930er Jahren sind noch heute aktuell, etwa der „Hymnus auf die Bankiers“. Ebenso das Thema Geburtenrückgang – spitzzüngig beschrieben im Jahr 1928. Heinrich Karl interessiert sich vor allem für die dunklere, ja teilweise frivole Seite des weltbekannten Schriftstellers Kästner. „Und sie drückt dich zielbewusst an die kuhstallwarme Brust“ lautet ein Satz aus dem Gedicht „Ball im Osten“, der ihm besonders gut gefällt.

Am Klavier begleitete Heinrich Karl, der als Englisch- und Musiklehrer tätig ist, seine im Wiener Dialekt vorgetragenen Couplets von Georg Kreisler, darunter das wohl bekannteste Lied „Tauben vergiften im Park“. Das Publikum und Hausherr Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen dankten mit viel Applaus.

Besonderer Kabarettabend in Rüdenhausen

Nordbayern.de vom 09.02.2014

Dass er zum Lachen in den Keller gehe, wird der Franke gerne sinnbildlich beschrieben. Wörtlich zu nehmen ist dies im „Weinkeller am Schloss“, in den Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen zu vielfältigen Veranstaltungen einlädt.

Für Kleinkunst im besonderen Ambiente ist der Weinkeller zu einer geschätzten Adresse für Liebhaber von Kabarett und Magie, Kunst und Literatur auch aus der Metropolregion Nürnberg geworden.

In ihm hätten sich zweifellos auch Georg Franz Kreisler und Erich Kästner an einem Abend wohlgefühlt, den “Dschahli” Heinrich Karl den beiden zeitkritischen Autoren widmete. Mit denen sollten erste Kontakte in seiner Schulzeit für den Pianisten, Sänger und Rezitator den Anfang einer lebenslangen Seelenverwandtschaft bedeuten. Der Pädagoge aus Wiesentheid ließ nun mit ihren Werken schmunzeln und herzhaft lachen, zwischendurch aber auch ein wenig beklommen feststellen, wie zeitlos aktuell die Satire Kästners und Kreislers ist.

Von Bankiers und Poli-Tickern

Etwa beim Hymnus auf die Bankiers oder bei der Frage welcher Ticker der Poli-Ticker und ob er wirklich so von Nöten sei, wie er glaube. Ebenso in spitzzüngiger Gesellschaftskritik und düsteren Prognosen von Deutschlands unabweichlichem Ende durch den Geburtenrückgang – beschrieben 1928! Heinrich Karl sind sie zu Freunden geworden, die kritischen Zeitgenossen, die es trefflich verstanden, in eingängiger Umgangssprache Missstände auf die Satirefeder zu spießen. Mal subtil, mal mit viel Sprachwitz “frisch von der Leber gradheraus” und durchaus auch gerne mal mit tiefschwarzem Humor apokalyptisch überzeichnet.

Dem Publikum bringt der dritte “K” des ganz besonderen Kabarettabends die Autoren mit kurzer Vita nahe. Dabei mochte der mit seinen Kinderbüchern weltweit bekannt gewordene Kästner als Kabarettist “neu entdeckt” worden sein, während Kreisler mit teilweise bitterbösem Humor international zum Begriff geworden war. Wer mochte schon tierische Freude daran haben, Tauben im Park zu vergiften oder sich die vielfältigsten Formen ausdenken, sich der Geliebten zu entledigen? An der Neigung beider Autoren zum weiblichen Geschlecht sollte die Werkauswahl aus einem immensen Fundus keinen Zweifel lassen, ebenso wenig wie die ironischen Züge bei Beschreibungen zwischenmenschlicher Beziehungen, in Besonderheit der Ehe.

Gekonntes Wechselspiel

Heinrich Karl begeistert mit dem Wechsel pointierter Rezitation in “Originaltönen” und musikalischer Beiträge mit ihren Stimmungsbildern in Dur und Moll, macht Übereinstimmungen und die Unterschiede Kästners und Kreislers deutlich, “spielt” feinfühlig eigene Texte und Kompositionen ein. Ganz zur Freude auch des vierten “K” in der Runde: des Gastgebers Karl Graf zu Castell-Rüdenhausen, der neben dem kulinarischen Part auch einen Einsatz als Triangelspieler hat.

Nicht nur literarisch-musikalisch

Main Post vom 23.05.2012

Leichtfüßig und dennoch bissig, so präsentierte sich „Der Dschahli“ beim Benefizkonzert des Rotary Clubs Gerolzhofen-Volkach in der Rüstkammer des alten Rathauses. Diese war mit mehr als 80 Besuchern gut gefüllt.

„Der Dschahli“, mit bürgerlichem Namen Heinrich Karl, seines Zeichens Musiker und Musikpädagoge aus Wiesentheid, präsentierte ihnen einen strahlenden Reigen böser und frivoler Lieder und Gedichte aus der Feder von Georg Kreisler und Erich Kästner. Von Kreisler ist man die hinterhältig-treffenden Texte gewohnt, doch Kästner?

„Heute gibt es keinen Kinderbuch-Kästner“, warnte der sympathische Allroundkünstler auch gleich zu Beginn und um das zu unterstreichen, brachte er dessen „Ball im Osten“ zu Gehör: „Und sie drückt dich zielbewusst an die kuhstallwarme Brust“. Bilder von Kreisler, Kästner und dem sehr jungen Heinrich Karl waren zusammen mit einem Stehtisch und natürlich dem Flügel das Bühnenbild für einen amüsanten, peppigen Dschahli, der stets ein wenig im Gespräch mit seinem Publikum stand. Frech, wortgewandt und süffig gab er Auskunft über die Welt, über Frauengeschichten, Glück und natürlich Taubenvergiften im Park – stilecht auf Österreichisch.

Wechselte Dschahli physisch immer wieder zwischen Klavier und Stehtisch, wechselte er erfrischend auch inhaltlich immer wieder zwischen den bekannten Klassikern und unbekannteren Texten von „Georg und Erich“. Vom besagten Taubenvergiften über „Wo bleibt das Positive, Herr Kästner?“ über „Mein Weib will mich verlassen? – Gott sei Dank!“, „Das Mütterlein“, „Der Handstand auf der Lorelei“ und „Maskenball im Hochgebirge“ gab es jede Menge Leckerbissen zu erlauschen. Doch war der Abend nicht nur literarisch-musikalisch, sondern hier erfuhr man in augenzwinkerndem Galopp auch sehr viel Biografisches über Kreisler und Kästner, die beide die Frauen liebten und sich dabei ungern auf eine beschränkten. Sehr locker und leicht begleitete sich Dschahli selbst am Klavier, präsentierte nicht nur die bekannt-(un)charmanten Lieder Kreislers hier, sondern auch einen Teil der Kästner-Gedichte, die er selbst vertont hatte und die so, im wahrsten Sinne des Wortes, teils eine ganz neue Note bekamen, frisch und swingig. Sein Publikum dankte ihm diesen heiteren und zugleich nachdenklichen Abend mit viel Applaus.

Die hohe Kunst, boshaftes zauberhaft zu präsentieren

Main Post vom 29.01.2012

Die drei K – Kreisler, Kästner, Karl… was sonst? Das war Kabarett vom Feinsten. Für alle, die mit den Namen nichts anfangen können: Georg Kreisler, ein klavierspielender Kabarettist mit österreichischen Wurzeln, Erich Kästner, überwiegend als Kinderbuchautor bekannt und Heinrich Karl, der über sich sagt, er sei ein Randrhöner. Aber das sagt noch nichts aus über den humorvollen Abend im kleinen Kursaal, zu dem der Kreisverband des BLLV eingeladen hatte.

Kreisler wurde bekannt – auch in Deutschland – als die Fernsehbilder noch schwarz und weiß waren mit seinen spät am Abend gesendeten „bösen Liedern und Chansons“ und seiner unnachahmlichen Präsentation. Kästner hatte – ab 1933 zum Teil unter zahlreichen Pseudonymen – sehr zeitkritische Texte verfasst, die selbst heute nichts an Aktualität verloren haben. Der Schnittpunkt dieser beiden Künstler, die Erfahrungen im beziehungsweise durch das Dritte Reich machen mussten, liegt in der scharfsinnigen Beobachtung der Menschen, der Ereignisse und der Zeit.

Heinrich Karl, Sänger, Pianist und Rezitator ist der Mann, dem es mit Können und Charme gelang, die „Gemeinsamkeiten“ Kreislers und Kästners lebendig werden zu lassen. Neben den Liedern von Kreisler und den Reimen von Kästner plauderte Karl über die Lebenswege der Künstler. Karls Weg moderierte sein „Manager“ Winfried Trischler an, vom musikbegabten Schüler über das Orff-Institut und Salzburger Mozarteum zum Musiklehrer, Fachberater für Musik, Jazzpianist und mehr. „…er ist breit aufgestellt!“, meinte Trischler, er war es auch, der Karl ins Grabfeld eingeladen hatte.

Man müsse Kreisler nicht nur mögen, um ihn vorzutragen, sondern auch können, sagte Trischler, „nicht kopieren sondern reproduzieren … die Boshaftigkeit rüberbringen.“ Und das nicht nur im Wiener Dialekt, auch auf jiddisch und böhmakelnd – wie in der „Telefonbuchpolka“. Sprachlich exakt und trotzdem doppeldeutig, das forderte die Fantasie der Zuhörer – wie in der „Der guate alte Franz“, „Ein herrliches Weib“, das war Kreisler, wie er einst sein Publikum begeisterte. Sehr böse kam der „Staatsbeamte“ daher, makaber das bekannte „Tauben vergiften“. Frech und frivol waren die eindeutig zweideutigen Texte von Kästner, so kannte ihn kaum jemand, wie in „Maskenball“, „Kennen Sie Polly“, „Patriotisches Bettgeflüster“, „Die Lawine“ oder „Hymnus auf die Bankiers“, das bereits 1929 erschienen ist, aber genauso gut heutzutage hätte geschrieben sein können.

Augenzwinkernd präsentierte Karl das ausgewählte Programm und bezog immer wieder sein Publikum mit ein oder stellte auch mal mit einem Halbsatz einen treffenden Zeitbezug her. Manchmal ist gerade das Nichtgesagte die klarste Aussage.

Viel schwarzer Humor, der aber niemandem im Hals stecken blieb, ließ die Zuhörer ein paar Stunden köstliche Kurzweil erleben. Dank sei dem BLLV, der diesen Abend ermöglichte und stürmischen Applaus vom Publikum für den virtuosen Heinrich Karl. Hubertus Schneider bekräftigte mit launigen Worten und einem Präsent nochmals den Dank der Zuhörer für einen schönen Abend.

KULTUR IN TURM & HOF

12.05.2010

Theo Steinbrenners Freundes- und Kulturkreis mit der erste Kleinkunstbühne in Stadt und Landkreis Kitzingen, sowie das Turmmuseum und die alte Fallmeisterei in Kirchschönbach freut sich ein besonderes musikalisches „Schmankerl“ präsentieren zu dürfen:

Mit Heinrich Karl, besser bekannt als „der dschahli“, gestaltet uns ein heimisches Gewächs den Wonnemonat Mai!

Auf höchstem Niveau wird uns der begnadete Musiker und Musikpädagoge die hintergründigen und makabren Chansons des österreichischen Satirikers Georg Franz Kreisler zu Gehör bringen. Dabei wird sich „dschahli“ mit außergewöhnlicher Virtuosität zum eigenen Gesang selbst auf dem Klavier begleiten, in seiner unverwechselbaren Art. Ein Abend mit besonders feiner Note.



Zeitungsbericht aus der Mainpost vom 17.11.2008

Zeitungsbericht aus der Mainpost vom 17.11.2008

Zeitungsbericht aus der Kitzinger Zeitung vom 09.11.2009

Zeitungsbericht aus der Mainpost vom 09.11.2009

Zeitungsbericht aus der Mainpost vom 09.11.2009